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Was bedeutet „pflanzlich gegerbtes Leder“?

Was bedeutet „pflanzlich gegerbtes Leder“?

Der Begriff „pflanzlich gegerbtes Leder“ klingt zunächst einfach. Doch was steckt tatsächlich dahinter?

Bei der Herstellung von Leder spielt die Gerbung eine entscheidende Rolle. Sie sorgt dafür, dass aus einer tierischen Haut ein haltbares, geschmeidiges Material entsteht, das für Schuhe, Taschen, Gürtel und viele andere Lederwaren verwendet werden kann.

Bei der pflanzlichen Gerbung, auch vegetabile Gerbung genannt, werden pflanzliche Gerbstoffe verwendet. Dazu gehören beispielsweise Tannine aus Rinde, Holz, Blättern oder Früchten.

Das Ergebnis ist ein Leder mit besonderen Eigenschaften – vor allem dann, wenn die Oberfläche möglichst natürlich belassen wird.

Was passiert bei der pflanzlichen Gerbung?

Eine Tierhaut würde ohne Behandlung mit der Zeit verderben. Durch die Gerbung wird ihre Struktur stabilisiert und dauerhaft nutzbar gemacht.

Bei der pflanzlichen Gerbung kommen natürliche Gerbstoffe zum Einsatz. Diese können beispielsweise aus Eichen- oder Kastanienholz, Mimosa oder anderen pflanzlichen Rohstoffen gewonnen werden.

Die Gerbstoffe verbinden sich mit den Eiweißstrukturen der Haut und machen das Material widerstandsfähiger und haltbarer.

Die pflanzliche Gerbung ist ein traditionelles Verfahren, das bereits seit Jahrhunderten bekannt ist.

Heute wird es sowohl mit traditionellen handwerklichen Methoden als auch mit modernen Verfahren eingesetzt.

Welche Pflanzen werden dafür verwendet?

Für die Herstellung pflanzlicher Gerbstoffe kommen unterschiedliche Pflanzen und Pflanzenteile infrage.

Häufig verwendet werden beispielsweise:

  • Eichenrinde

  • Kastanienholz

  • Mimosa

  • Quebracho

  • Tara

  • bestimmte Früchte und Blätter

Welche Gerbstoffe verwendet werden, hängt unter anderem von der Gerberei, dem gewünschten Ledertyp und dem jeweiligen Herstellungsverfahren ab.

Deshalb sieht und fühlt sich pflanzlich gegerbtes Leder nicht immer gleich an.

Wie unterscheidet sich pflanzlich gegerbtes Leder von chromgegerbtem Leder?

Die pflanzliche Gerbung ist nicht die einzige Möglichkeit, Leder zu gerben.

Eine sehr verbreitete Methode ist die Chromgerbung. Dabei werden Chromsalze eingesetzt, wodurch Leder vergleichsweise schnell gegerbt werden kann.

Pflanzliche und chromgegerbte Leder können sich in mehreren Eigenschaften unterscheiden.

Pflanzlich gegerbtes Leder Chromgegerbtes Leder
Pflanzliche Gerbstoffe Chromsalze
Traditionelles Verfahren Industriell weit verbreitet
Häufig natürliche Optik Viele unterschiedliche Oberflächen möglich
Entwickelt bei bestimmten Ledern eine ausgeprägte Patina Patina abhängig von Leder und Oberflächenbehandlung
Kann anfangs fester wirken Häufig weich und flexibel
Häufig längere Gerbzeiten In der Regel schnelleres Verfahren

Dabei sollte man nicht sagen, dass eine Methode grundsätzlich „besser“ ist.

Beide Verfahren können hochwertiges Leder hervorbringen. Entscheidend sind unter anderem die Qualität der Rohhaut, die Gerbung, die Färbung, die Oberflächenbehandlung und die anschließende Verarbeitung.

Warum entwickelt pflanzlich gegerbtes Leder eine Patina?

Eine der bekanntesten Eigenschaften vieler pflanzlich gegerbter Leder ist ihre Fähigkeit, sich mit der Zeit sichtbar zu verändern.

Durch Sonnenlicht, Berührung und regelmäßigen Gebrauch kann das Leder dunkler und wärmer werden. Die Oberfläche kann weicher werden und mehr Tiefe bekommen.

Dieser natürliche Alterungsprozess wird als Patina bezeichnet.

Besonders deutlich ist dieser Effekt bei naturbelassenen oder wenig beschichteten Ledern.

Eine Tasche kann dadurch nach einigen Jahren völlig anders aussehen als am ersten Tag – und gerade das macht für viele Lederliebhaber ihren besonderen Reiz aus.

Ist jedes pflanzlich gegerbte Leder gleich?

Nein.

Der Begriff beschreibt in erster Linie das Gerbverfahren, nicht automatisch die gesamte Qualität des Leders.

Zwei pflanzlich gegerbte Leder können sich deutlich unterscheiden.

Eine Rolle spielen unter anderem:

  • Qualität der Rohhaut

  • Herkunft der Haut

  • verwendete Gerbstoffe

  • Dauer der Gerbung

  • Färbung

  • Oberflächenbehandlung

  • Dicke und Verarbeitung

Deshalb ist „pflanzlich gegerbt“ allein noch kein vollständiges Qualitätsmerkmal.

Es ist vielmehr ein Hinweis darauf, wie das Leder gegerbt wurde.

Ist pflanzlich gegerbtes Leder nachhaltiger?

Hier lohnt sich ein genauer Blick.

Pflanzliche Gerbung wird häufig mit Nachhaltigkeit verbunden, weil natürliche Gerbstoffe verwendet werden. Daraus sollte jedoch nicht automatisch die Aussage entstehen, dass jedes pflanzlich gegerbte Leder „nachhaltig“ oder umweltfreundlich ist.

Die Umweltbelastung hängt von vielen Faktoren ab:

  • Herkunft der Rohhaut

  • verwendete Gerbstoffe

  • Energieverbrauch

  • Wasserverbrauch

  • Abwasserbehandlung

  • Transportwege

  • Färbung und Nachbehandlung

  • Produktionsbedingungen

Auch pflanzliche Gerbstoffe müssen verarbeitet werden und können Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Deshalb ist es sinnvoller, die gesamte Herstellung zu betrachten, anstatt ein einzelnes Merkmal als Beweis für Nachhaltigkeit zu verwenden.

Wie fühlt sich pflanzlich gegerbtes Leder an?

Das hängt stark vom jeweiligen Leder ab.

Viele pflanzlich gegerbte Leder fühlen sich zunächst etwas fester und strukturierter an als besonders weich verarbeitete Leder.

Mit der Zeit kann das Material geschmeidiger werden.

Gerade diese Veränderung ist für viele Menschen ein wichtiger Teil des Erlebnisses.

Eine neue Tasche fühlt sich anders an als dieselbe Tasche nach zwei oder fünf Jahren.

Das Leder „lebt“ nicht im biologischen Sinn – aber es verändert sich sichtbar und haptisch durch Gebrauch und Umgebung.

Was passiert bei Kontakt mit Wasser?

Pflanzlich gegerbtes Leder kann empfindlicher auf Wasser reagieren, insbesondere wenn es nur wenig oberflächenbehandelt wurde.

Wassertropfen können vorübergehend dunklere Stellen hinterlassen. Bei manchen Ledern verschwinden diese nach dem Trocknen wieder, bei anderen können sichtbare Veränderungen bleiben.

Deshalb sollte eine Lederhandtasche grundsätzlich nicht unnötig stark durchnässt werden.

Wenn sie doch einmal nass wird, sollte sie langsam bei Raumtemperatur trocknen.

Keine direkte Hitze und keinen Föhn verwenden.

Wie pflegt man pflanzlich gegerbtes Leder?

Die wichtigste Regel lautet:

Weniger ist oft mehr.

Natürliches Leder sollte nicht ständig mit Pflegeprodukten behandelt werden.

Je nach Lederart kann eine geeignete Lederpflege von Zeit zu Zeit sinnvoll sein. Wichtig ist jedoch, immer ein Produkt zu verwenden, das für die konkrete Lederoberfläche geeignet ist.

Vor der ersten Anwendung sollte die Pflege möglichst an einer unauffälligen Stelle getestet werden.

Bei naturbelassenen Ledern sollte man außerdem bedenken, dass Pflegeprodukte die Farbe verändern können.

Wer die natürliche Patina erhalten möchte, sollte deshalb nicht versuchen, jede kleine Veränderung zu verhindern.

Warum wird pflanzlich gegerbtes Leder bei hochwertigen Taschen verwendet?

Pflanzlich gegerbtes Leder passt besonders gut zu Taschen, bei denen Material und Verarbeitung eine wichtige Rolle spielen.

Es kann eine natürliche, charaktervolle Oberfläche besitzen und entwickelt sich mit dem Gebrauch weiter.

Für Menschen, die eine Tasche möglichst lange tragen möchten, kann genau das attraktiv sein.

Die Tasche muss nicht jedes Jahr durch ein neues Modell ersetzt werden. Stattdessen kann sie mit der Zeit ihren eigenen Charakter entwickeln.

Für wen eignet sich pflanzlich gegerbtes Leder?

Pflanzlich gegerbtes Leder ist besonders interessant für Menschen, die:

  • natürliche Materialien schätzen

  • sichtbare Veränderungen des Leders mögen

  • eine Tasche viele Jahre verwenden möchten

  • Wert auf traditionelle Herstellungsverfahren legen

  • eine individuelle Patina schätzen

  • kleine natürliche Unregelmäßigkeiten nicht als Fehler betrachten

Wer dagegen eine Tasche möchte, die möglichst lange exakt gleich aussieht, könnte mit einem stärker beschichteten Leder besser zurechtkommen.

Was sollte man beim Kauf beachten?

Wenn eine Tasche als „pflanzlich gegerbt“ angeboten wird, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Fragen Sie beispielsweise:

Wo wurde das Leder gegerbt?

Welche Art von Leder wurde verwendet?

Wie wurde die Oberfläche behandelt?

Wo wurde die Tasche hergestellt?

Wie wird sie empfohlen zu pflegen?

Eine transparente Produktbeschreibung sollte möglichst viele dieser Fragen beantworten.

Denn eine gute Lederhandtasche besteht nicht nur aus einer bestimmten Lederart. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Material, Gerbung, Design und Verarbeitung.

Pflanzlich gegerbtes Leder bei Doveta

Bei Doveta finden Sie ausgewählte Lederwaren europäischer Marken, darunter auch Produkte aus pflanzlich gegerbtem Leder.

Besonders interessant ist die Lava Flow Kollektion, bei der das natürliche Erscheinungsbild des Leders und seine Entwicklung mit der Zeit eine wichtige Rolle spielen.

Hier geht es nicht darum, eine Tasche möglichst lange wie neu aussehen zu lassen.

Vielmehr darf das Material seine eigene Geschichte entwickeln.

Mit jedem Gebrauch können Farbe, Haptik und Oberfläche individueller werden.

Fazit

„Pflanzlich gegerbtes Leder“ bezeichnet Leder, das mit pflanzlichen Gerbstoffen gegerbt wurde.

Das traditionelle Verfahren kann Leder mit einer natürlichen und charaktervollen Oberfläche hervorbringen. Bei bestimmten Ledern entwickelt sich durch Gebrauch und Licht eine ausgeprägte Patina.

Trotzdem ist pflanzliche Gerbung allein kein Garant für eine bestimmte Qualität oder Nachhaltigkeit. Entscheidend ist immer die gesamte Herstellung – von der Rohhaut über die Gerbung bis zur Verarbeitung der fertigen Tasche.

Wer natürliche Materialien, traditionelle Verfahren und die individuelle Entwicklung von Leder schätzt, findet in pflanzlich gegerbtem Leder jedoch eine besonders interessante Alternative.

Denn eine hochwertige Lederhandtasche muss nicht für immer neu aussehen. Sie darf mit Ihnen älter werden.

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